Sunday, February 22. 2026
Brandmarken statt Brandmauer
Wenn Rassisten ihre menschenverachtenden Parolen brüllen – wobei wir auch empfinden, dass sie brüllen, wenn sie flüstern oder gar schreiben, weil das Schrecklichste immer wie ein verbaler Eklat wirkt – dann regen wir uns darüber auf. Wir sagen womöglich, dass sie so etwas nicht äußern dürfen, dass es Unrecht ist, politisch nicht korrekt, falsch. Das mag alles stimmen, aber was genau verlangen wir von ihnen? Dass sie schweigen? Dass sie ihre Meinung ändern? Die Dinge so sehen wie wir?
Tatsächlich können wir froh sein, dass diese Leute äußern, was sie denken. Denn in der Vergangenheit, ja, im Grunde immer schon, dachten und denken sie so, und das muss sich auf ihr Verhalten ausgewirkt haben.
Wenn sie sich heute äußern, wissen wir endlich genau, mit wem wir es bei ihnen zu tun haben. Jetzt ist unsere Aufgabe nicht, sie umzustimmen, denn das wird uns nicht gelingen. Sie sind schon so lange dieser Meinung, dass diese in ihre Identität übergangen ist. Würden sie davon ablassen, würden sie sich selbst verlieren. Sie müssten sich komplett neu finden. Kaum jemand wäre zu so etwas bereit.
Daher ist unsere Aufgabe eine andere, nämlich diese Leute öffentlich als das zu brandmarken, was sie sind, nämlich rassistisch und menschenverachtend. Wir müssen öffentlich ihre Argumente zerschlagen, aber ohne den Aspekt der Belehrung solch Unbelehrbarer. Wie müssen sie als nicht gesellschaftsfähig darstellen und uns dann ganz deutlich von ihnen abwenden. Wir dürfen nicht zulassen, dass sie ihre Psychospielchen mit uns spielen oder das wir unsere Zeit, in der wir Wichtigeres zu tun haben, mit ihnen verschwenden, während sie uns beflecken mit ihrem fatalen, rückwärtsgerichteten geistigen Dreck: Ja, kommt aus euren Löchern hervor, ihr Nazis und anderen Faschisten! Steht zu eurem verqueren Denken, sprecht es aus, damit wir euch brandmarken und dann den Rücken zudrehen können in jeder Lebenssituation. Wir stehen für die Gleichberechtigung aller, für Diversität, ja für egalitäre Differenz, deren Toleranz genau dort endet, wo wir auf eure Intoleranz und Verbohrtheit stoßen!
So müssen wir mit diesen Leuten umgehen, denn sie gehören nicht in eine Welt des 21. Jahrhunderts, in der weder die Herkunft, noch der Pass, noch das Äußere eine Rolle spielen sollte, sondern allein das Denken und Handeln zum Wohle aller.
(c) 2026
Tatsächlich können wir froh sein, dass diese Leute äußern, was sie denken. Denn in der Vergangenheit, ja, im Grunde immer schon, dachten und denken sie so, und das muss sich auf ihr Verhalten ausgewirkt haben.
Wenn sie sich heute äußern, wissen wir endlich genau, mit wem wir es bei ihnen zu tun haben. Jetzt ist unsere Aufgabe nicht, sie umzustimmen, denn das wird uns nicht gelingen. Sie sind schon so lange dieser Meinung, dass diese in ihre Identität übergangen ist. Würden sie davon ablassen, würden sie sich selbst verlieren. Sie müssten sich komplett neu finden. Kaum jemand wäre zu so etwas bereit.
Daher ist unsere Aufgabe eine andere, nämlich diese Leute öffentlich als das zu brandmarken, was sie sind, nämlich rassistisch und menschenverachtend. Wir müssen öffentlich ihre Argumente zerschlagen, aber ohne den Aspekt der Belehrung solch Unbelehrbarer. Wie müssen sie als nicht gesellschaftsfähig darstellen und uns dann ganz deutlich von ihnen abwenden. Wir dürfen nicht zulassen, dass sie ihre Psychospielchen mit uns spielen oder das wir unsere Zeit, in der wir Wichtigeres zu tun haben, mit ihnen verschwenden, während sie uns beflecken mit ihrem fatalen, rückwärtsgerichteten geistigen Dreck: Ja, kommt aus euren Löchern hervor, ihr Nazis und anderen Faschisten! Steht zu eurem verqueren Denken, sprecht es aus, damit wir euch brandmarken und dann den Rücken zudrehen können in jeder Lebenssituation. Wir stehen für die Gleichberechtigung aller, für Diversität, ja für egalitäre Differenz, deren Toleranz genau dort endet, wo wir auf eure Intoleranz und Verbohrtheit stoßen!
So müssen wir mit diesen Leuten umgehen, denn sie gehören nicht in eine Welt des 21. Jahrhunderts, in der weder die Herkunft, noch der Pass, noch das Äußere eine Rolle spielen sollte, sondern allein das Denken und Handeln zum Wohle aller.
(c) 2026
Tuesday, September 23. 2025
Weltbewegendes
Der Nachrichten-Kanal der "Welt" hat ein Interview zu Israel-Palästina mit einem Professor für Nahost-Studien geführt. Online gerade seit 17 Stunden zum Herbstanfang 2025. Unfassbar, dass wir ein Viertel des 21. Jahrhunderts schon hinter uns haben, während die Welt sich auf den Abgrund zubewegt.
Dennoch zeigt sich die Runde der drei, die hier im Stil einer Welt, in der moderne Kolonisation normal ist, diskutieren, überrascht darüber, dass der israelische Premier "scharf reagiert" habe auf weitere Anerkennung eines Staates Palästina, den es "nie geben wird", wie Netanjahu verlautbarte. Allen Ernstes, sie wundern sich! Als sie in der Folge nonchalant darüber diskutieren, ob diese Äußerung bedeute, dass auch die Westbank annektiert würde, musste ich abschalten. Die "Welt" entpuppte sich mal wieder als die Springer-Presse, die sie nun mal ist, mit dem Schatten von wenig mehr Intellekt als ihr Hauptorgan.
Wenn aus meinen Worten Entsetzen und Trauer über die Lage im Kriegsgebiet und die Art der "Berichterstattung" spricht, ist das keine Solidarität mit einer der beiden Seiten, denn das würde deren jeweilige Mörder mit einschließen. Es ist nicht weniger als Ausdruck meiner Fassungslosigkeit, nicht dass es so weit kommen konnte, sondern dass bestimmte Personen offenbar absichtlich so agiert haben und die jetzige Lage bewusst herbeigeführt haben.
Wer erstaunt ist über Netanjahus Äußerung und über die Annexion der Westbank, auch "die besetzten Gebiete" genannt, hat offenbar die Augen davor verschlossen, dass seit Jahrzehnten eine offensive Siedlungspolitik durch die Machthaber, durch die israelische Regierung, betrieben wurde. Das Westjordanland wurde systematisch von israelischen Siedlern, oft israelischen Neueingebürgerten, besiedelt, während Gaza, abgeriegelt, aus allen Nähten platzte.
So traurig es ist, dass die Hamas ihren grausamen Terroranaschlag verübt hat, er gab den Gegnern einer Zweistaatenlösung, welche ja schon seit der Gründung des Staates Israel Thema ist, die ultimative Rechtfertigung, das "Problem" der Palästinenser ein für alle Male aus der Welt zu schaffen. (Der Begriff "Welt" ist nun mal Bestandteil dieser Metapher, aber er macht deutlich, dass dieses "Magazin" den Namen nicht verdient hat. "Springerwelt" werde ich sie von jetzt an nennen!)
Noch mal deutlich: verfolgt man Netanjahus Politik zurück, müsste man fast annehmen, dass der Terrorakt gewissermaßen Startschuss für den Anfang vom Ende für jegliche einvernehmliche Lösung war. Was allerdings nicht stimmt, denn eine einvernehmliche Lösung gab es nur in den Köpfen derer, von denen furchtbarerweise viele auf brutalste Weise durch die Hamas sterben mussten. Denn angegriffen wurden nicht gezielt die sogenannten "Falken", sondern wahllos Menschen, von denen viele sich jahrelang für eine friedliche Lösung des Konflikts eingesetzt hatten. Offenbar war Hass gegen alle Israelis eine Triebfeder der Täter, die im Gegenzug dem Hass bestimmter Gruppen in Israel gegen alle Palästinenser den Weg ebneten. Alles Falken müssen dies als "Chance" begrüßt haben. Welch ein furchtbares Handeln.
Rache und Hass auf beiden Seiten und der Plan, eine endgültige einseitige "Lösung" herbeizuführen, ebenfalls auf beiden Seiten, hat Frieden und eine Zweistaatenlösung absolut verunmöglicht. Jetzt wird, ohne Intervention von außen, nur noch Zwang irgendein Ende bringen, wenn überhaupt. Womöglich geht das Sterben noch lange weiter, während die restlichen Nationen kopfschüttelnd oder hier und da verbal protestieren zusieht. Ob allerdings von außen eine Verbesserung der Lage oder ein für beide Seiten akzeptables Ergebnis kommen könnte, ist ebenso zweifelhaft denn es käme mindestens 25 Jahre zu spät oder müsste so einschneidend sein, dass Widerstand vorprogrammiert wäre. Denn die Fakten als Grundlage für die Art dieses Kriegs wurden schon lange zuvor geschaffen.
Dass dies allen Rechten Kräften beim Erstarken hilft, weil wieder mal der dem jahrhundertelang geschürten Antijudaiamus gefolgte, politische Antisemitismus sich in seiner Dummheit bestätigt fühlt, obwohl weder dieser Krieg, noch die israelische Politik etwas mit dem jüdischen Glauben zu tun hat, ist besonders perfide. Aber so sind die Menschen, ihre Mörder auf allen Seiten definieren stets die Geschichte, verdrehen ihre Bedeutung und rechtfertigen ihr Handeln. Religion kann eben zurecht als Menschenwerk bezeichnet werden. Wo Glaube nach Aufrichtigkeit fragt, will Religion die Exklusion.
Dennoch zeigt sich die Runde der drei, die hier im Stil einer Welt, in der moderne Kolonisation normal ist, diskutieren, überrascht darüber, dass der israelische Premier "scharf reagiert" habe auf weitere Anerkennung eines Staates Palästina, den es "nie geben wird", wie Netanjahu verlautbarte. Allen Ernstes, sie wundern sich! Als sie in der Folge nonchalant darüber diskutieren, ob diese Äußerung bedeute, dass auch die Westbank annektiert würde, musste ich abschalten. Die "Welt" entpuppte sich mal wieder als die Springer-Presse, die sie nun mal ist, mit dem Schatten von wenig mehr Intellekt als ihr Hauptorgan.
Wenn aus meinen Worten Entsetzen und Trauer über die Lage im Kriegsgebiet und die Art der "Berichterstattung" spricht, ist das keine Solidarität mit einer der beiden Seiten, denn das würde deren jeweilige Mörder mit einschließen. Es ist nicht weniger als Ausdruck meiner Fassungslosigkeit, nicht dass es so weit kommen konnte, sondern dass bestimmte Personen offenbar absichtlich so agiert haben und die jetzige Lage bewusst herbeigeführt haben.
Wer erstaunt ist über Netanjahus Äußerung und über die Annexion der Westbank, auch "die besetzten Gebiete" genannt, hat offenbar die Augen davor verschlossen, dass seit Jahrzehnten eine offensive Siedlungspolitik durch die Machthaber, durch die israelische Regierung, betrieben wurde. Das Westjordanland wurde systematisch von israelischen Siedlern, oft israelischen Neueingebürgerten, besiedelt, während Gaza, abgeriegelt, aus allen Nähten platzte.
So traurig es ist, dass die Hamas ihren grausamen Terroranaschlag verübt hat, er gab den Gegnern einer Zweistaatenlösung, welche ja schon seit der Gründung des Staates Israel Thema ist, die ultimative Rechtfertigung, das "Problem" der Palästinenser ein für alle Male aus der Welt zu schaffen. (Der Begriff "Welt" ist nun mal Bestandteil dieser Metapher, aber er macht deutlich, dass dieses "Magazin" den Namen nicht verdient hat. "Springerwelt" werde ich sie von jetzt an nennen!)
Noch mal deutlich: verfolgt man Netanjahus Politik zurück, müsste man fast annehmen, dass der Terrorakt gewissermaßen Startschuss für den Anfang vom Ende für jegliche einvernehmliche Lösung war. Was allerdings nicht stimmt, denn eine einvernehmliche Lösung gab es nur in den Köpfen derer, von denen furchtbarerweise viele auf brutalste Weise durch die Hamas sterben mussten. Denn angegriffen wurden nicht gezielt die sogenannten "Falken", sondern wahllos Menschen, von denen viele sich jahrelang für eine friedliche Lösung des Konflikts eingesetzt hatten. Offenbar war Hass gegen alle Israelis eine Triebfeder der Täter, die im Gegenzug dem Hass bestimmter Gruppen in Israel gegen alle Palästinenser den Weg ebneten. Alles Falken müssen dies als "Chance" begrüßt haben. Welch ein furchtbares Handeln.
Rache und Hass auf beiden Seiten und der Plan, eine endgültige einseitige "Lösung" herbeizuführen, ebenfalls auf beiden Seiten, hat Frieden und eine Zweistaatenlösung absolut verunmöglicht. Jetzt wird, ohne Intervention von außen, nur noch Zwang irgendein Ende bringen, wenn überhaupt. Womöglich geht das Sterben noch lange weiter, während die restlichen Nationen kopfschüttelnd oder hier und da verbal protestieren zusieht. Ob allerdings von außen eine Verbesserung der Lage oder ein für beide Seiten akzeptables Ergebnis kommen könnte, ist ebenso zweifelhaft denn es käme mindestens 25 Jahre zu spät oder müsste so einschneidend sein, dass Widerstand vorprogrammiert wäre. Denn die Fakten als Grundlage für die Art dieses Kriegs wurden schon lange zuvor geschaffen.
Dass dies allen Rechten Kräften beim Erstarken hilft, weil wieder mal der dem jahrhundertelang geschürten Antijudaiamus gefolgte, politische Antisemitismus sich in seiner Dummheit bestätigt fühlt, obwohl weder dieser Krieg, noch die israelische Politik etwas mit dem jüdischen Glauben zu tun hat, ist besonders perfide. Aber so sind die Menschen, ihre Mörder auf allen Seiten definieren stets die Geschichte, verdrehen ihre Bedeutung und rechtfertigen ihr Handeln. Religion kann eben zurecht als Menschenwerk bezeichnet werden. Wo Glaube nach Aufrichtigkeit fragt, will Religion die Exklusion.
Wednesday, July 23. 2025
Alles ist Energie
Wir Menschen machen wir uns oft so viele Gedanken, warum etwas so ist, wie es ist, warum wir wir sind, woher wir kommen und wohin wir hingehen, wenn wir gehen. Wer sind wir? Was ist unser Bewusstsein? Wie ist das Weltall entstanden? Und, nicht zuletzt, was ist der Sinn des Lebens?
Dabei sind die Antworten so einfach, dass es als peinlich angesehen wird, sie zu geben, denn sie sind nicht wissenschaftlich fundiert genug, nicht belegbar. Oder doch?
Alles ist Energie. Da Energie nicht verloren geht, nur in einen anderen Zustand geraten kann, geraten eben auch wir in einen anderen Zustand, wenn wir gehen. Und bevor wir kamen, waren wir einem anderen Zustand. Für dieses Leben, unser Leben hier auf unserem Planten, unserem Lebensraum, ist es allerdings völlig unerheblich, wie diese Zustände aussehen, weil wir, so wir jetzt sind, mit unserem wahrgenommenen Wesen, zuerst eben noch nicht und später nicht mehr realisiert sind. Wir würden eine mögliche Antwort darauf, um was für Zustände es sich handelt – da bin ich mir sicher – ebenso wenig verstehen, wie wir einer Ameise Einsteins Relativitätstheorie erklären könnten, falls wir sie denn erklären könnten.
Alles ist Energie. Selbst unser ach so tiefgründiges Denken kommt durch energetische Zustände chemischer und physikalischer Natur zustande. Zur Emergenz kommen wir noch. Grundsätzlich sind Lebewesen, wie wir sie kennen, insgesamt nichts anderes als das Ergebnis energetischer Reaktionen, begonnen mit dem Zusammenschmelzen von Elementen im Kern von Sternen, dem Zusammenfügen von komplexeren Molekülen unter dafür günstigen Bedingungen, der Aufnahme und Abgabe von Energie und der Entstehung von Organismen. Ob all dies gerichtet oder zufällig geschah, oder ob das Ergebnis Mensch das naheliegendste sein könnte, angesichts unserer engen Angepasstheit an unsere Umwelt, ist zwar Frage heftigster wissenschaftlicher Debatten. Zu Ende gedacht spielt aber auch das nicht wirklich eine Rolle für unser konkretes Dasein. Unter uns bewegt manche die nächste Steuererklärung oder die Ergebnisse eines Halbfinales, andere brauchen rudimentären Schutz vor Gewalt und etwas zu essen, damit sie nicht verhungern. Der Sinn des Lebens kommt in alldem nicht vor, ist höchstens ansatzweise darin zu erkennen, dass Menschen in der Regel am Leben bleiben wollen, wenn man sie lässt und sie ihr Auskommen haben. Denn darin liegt das Fünkchen Wahrheit, das wir leider so oft ignorieren: Der Sinn des Lebens liegt im Leben selbst.
Energetisch betrachtet, ist es egal, in welcher Form Energie vorliegt. Dir und mir als Einzelwesen, lateinisch Individuum, kann es nicht egal sein, ob uns buchstäblich das Licht ausgeblasen wird. Daher steckt alle Antwort, die wir suchen, im Umstand, dass wir am Leben sind. Deshalb hat jedes Leben, und zwar das, das bereits realisiert ist, schon mal Respekt und Schutz verdient. Wer das nicht akzeptiert und danach handelt, leistet streng genommen keinen Beitrag für das Leben an sich. Denn „Alles ist Energie“ bedeutet auch, dass unsere Lebensform eine klitzekleine Version davon ist, was möglich wäre. Mit anderen Worten: Wir sind temporär und nicht so wichtig. Das ist vom Standpunkt der Energie ausgehend gesagt. Für uns sind wir selbst und Menschen, die uns nah sind, von immenser Bedeutung. Daran können wir ermessen, dass nur wir selbst unserem Leben und dem Leben anderer eine Bedeutung beimessen können. Unser Sinn also, der in unseren persönlichen Leben steckt, wird von uns ausgestaltet. Im übertragenen Sinn sind wir unsere eigenen Sterne, in deren Kern das Leben, das wir führen wollen, ausgeformt wird. Wenn uns andere Menschen daran hindern, durch Manipulation oder Gewalt zum Beispiel, oder wenn wir uns selbst daran hindern, haben wir alle das Leben verloren. Demnach töten Mörder nicht nur ihre Opfer, sie töten auch sich selbst, nämlich ihr potentielles Selbst, das sie leben könnten. Sie haben den Sinn ihres Lebens, ihr Leben auszugestalten, verfehlt.
Alles ist Energie. Sicherlich haben wir auch Materie, aber angefangen hat es mit Energie, bevor die ersten uns bekannten Elemente entstanden, die die Materie bilden. Nicht vergessen ist da auch noch das, was wir Emergenz nennen, wenn etwas nicht allein aus seinen Teilen erklärt werden kann. Wenn unser Bewusstsein als emergent betrachtet wird nicht aus energetischen Abläufen beschrieben werden kann, ist es immer noch möglich, dass wir das nur bis jetzt, bis heute, nicht können. Ich bleibe dabei: Alles ist Energie. Nichts geht verloren. Der Sinn des Lebens wiederum ist das Leben selbst, und bei uns Menschen ist es auch der Sinn, den wir uns selbst geben.
Dabei sind die Antworten so einfach, dass es als peinlich angesehen wird, sie zu geben, denn sie sind nicht wissenschaftlich fundiert genug, nicht belegbar. Oder doch?
Alles ist Energie. Da Energie nicht verloren geht, nur in einen anderen Zustand geraten kann, geraten eben auch wir in einen anderen Zustand, wenn wir gehen. Und bevor wir kamen, waren wir einem anderen Zustand. Für dieses Leben, unser Leben hier auf unserem Planten, unserem Lebensraum, ist es allerdings völlig unerheblich, wie diese Zustände aussehen, weil wir, so wir jetzt sind, mit unserem wahrgenommenen Wesen, zuerst eben noch nicht und später nicht mehr realisiert sind. Wir würden eine mögliche Antwort darauf, um was für Zustände es sich handelt – da bin ich mir sicher – ebenso wenig verstehen, wie wir einer Ameise Einsteins Relativitätstheorie erklären könnten, falls wir sie denn erklären könnten.
Alles ist Energie. Selbst unser ach so tiefgründiges Denken kommt durch energetische Zustände chemischer und physikalischer Natur zustande. Zur Emergenz kommen wir noch. Grundsätzlich sind Lebewesen, wie wir sie kennen, insgesamt nichts anderes als das Ergebnis energetischer Reaktionen, begonnen mit dem Zusammenschmelzen von Elementen im Kern von Sternen, dem Zusammenfügen von komplexeren Molekülen unter dafür günstigen Bedingungen, der Aufnahme und Abgabe von Energie und der Entstehung von Organismen. Ob all dies gerichtet oder zufällig geschah, oder ob das Ergebnis Mensch das naheliegendste sein könnte, angesichts unserer engen Angepasstheit an unsere Umwelt, ist zwar Frage heftigster wissenschaftlicher Debatten. Zu Ende gedacht spielt aber auch das nicht wirklich eine Rolle für unser konkretes Dasein. Unter uns bewegt manche die nächste Steuererklärung oder die Ergebnisse eines Halbfinales, andere brauchen rudimentären Schutz vor Gewalt und etwas zu essen, damit sie nicht verhungern. Der Sinn des Lebens kommt in alldem nicht vor, ist höchstens ansatzweise darin zu erkennen, dass Menschen in der Regel am Leben bleiben wollen, wenn man sie lässt und sie ihr Auskommen haben. Denn darin liegt das Fünkchen Wahrheit, das wir leider so oft ignorieren: Der Sinn des Lebens liegt im Leben selbst.
Energetisch betrachtet, ist es egal, in welcher Form Energie vorliegt. Dir und mir als Einzelwesen, lateinisch Individuum, kann es nicht egal sein, ob uns buchstäblich das Licht ausgeblasen wird. Daher steckt alle Antwort, die wir suchen, im Umstand, dass wir am Leben sind. Deshalb hat jedes Leben, und zwar das, das bereits realisiert ist, schon mal Respekt und Schutz verdient. Wer das nicht akzeptiert und danach handelt, leistet streng genommen keinen Beitrag für das Leben an sich. Denn „Alles ist Energie“ bedeutet auch, dass unsere Lebensform eine klitzekleine Version davon ist, was möglich wäre. Mit anderen Worten: Wir sind temporär und nicht so wichtig. Das ist vom Standpunkt der Energie ausgehend gesagt. Für uns sind wir selbst und Menschen, die uns nah sind, von immenser Bedeutung. Daran können wir ermessen, dass nur wir selbst unserem Leben und dem Leben anderer eine Bedeutung beimessen können. Unser Sinn also, der in unseren persönlichen Leben steckt, wird von uns ausgestaltet. Im übertragenen Sinn sind wir unsere eigenen Sterne, in deren Kern das Leben, das wir führen wollen, ausgeformt wird. Wenn uns andere Menschen daran hindern, durch Manipulation oder Gewalt zum Beispiel, oder wenn wir uns selbst daran hindern, haben wir alle das Leben verloren. Demnach töten Mörder nicht nur ihre Opfer, sie töten auch sich selbst, nämlich ihr potentielles Selbst, das sie leben könnten. Sie haben den Sinn ihres Lebens, ihr Leben auszugestalten, verfehlt.
Alles ist Energie. Sicherlich haben wir auch Materie, aber angefangen hat es mit Energie, bevor die ersten uns bekannten Elemente entstanden, die die Materie bilden. Nicht vergessen ist da auch noch das, was wir Emergenz nennen, wenn etwas nicht allein aus seinen Teilen erklärt werden kann. Wenn unser Bewusstsein als emergent betrachtet wird nicht aus energetischen Abläufen beschrieben werden kann, ist es immer noch möglich, dass wir das nur bis jetzt, bis heute, nicht können. Ich bleibe dabei: Alles ist Energie. Nichts geht verloren. Der Sinn des Lebens wiederum ist das Leben selbst, und bei uns Menschen ist es auch der Sinn, den wir uns selbst geben.
Monday, July 21. 2025
Herrschaftszeiten
Seibt-Verlag, Münchener Büro, ein grauer Wintermontag, 1962, morgens um acht. Eine junge Frau, die in einen noch von ein paar rasch schmelzenden Schneeflocken bedeckten, dicken Wollmantel gehüllt ist, rauscht zur Tür herein, entschuldigt sich wortreich für ein paar Minuten Verspätung. Sie hat doch glatt den falschen Käfer ausgegraben, das kommt tatsächlich öfter vor. Das Kind musste auch noch in die Krippe. Jetzt ist sie da. Sie schält sich aus dem Mantel, die Wangen rot, die Augen wach und glänzend, mit feinem schwarzem Lidstrich, ein ebenso feiner und schwarzer Punkt auf der linken Wange, leicht toupiertes Kurzhaar. Ihr Schwarzweißfoto wird viele Jahre später eine andere junge Frau an Amy Winehouse erinnern. In ihrem Jetzt steht die Frau in voller Farbe und erwartungsvoll vor ihrem Chef, der lächelnd vorschlägt, sie möge doch noch mal heimfahren. Verwundert folgt die Frau seinem Blick, bei dem auch seine Augen lächeln, und schaut an sich herab. Erschrocken erspäht sie ihren mit Spitze besäumten, seidenen Unterrock. Sie hat in all der Eile den Rock vergessen. Schade, ja, wirklich schade, dass Madonna erst 4 Jahre alt ist, nicht wahr?
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